Sporttauchen
 
Apnoetaucherin mit Monoflosse
→ Sporttauchen
Im Gegensatz zum Berufstaucher ist Tauchen für den Sport- oder Freizeittaucher eine Freizeitbeschäftigung. Das Sporttauchen hat sich in unterschiedliche Unterbereiche aufgeteilt. Die Unterschiede lassen sich dabei einerseits an der Art und dem Umfang der verwendeten Ausrüstung und andererseits an dem beim Tauchen verfolgten Ziel festmachen.
 
 
Apnoetauchen
 
→ Apnoetauchen
Apnoetauchen ist die älteste und ursprünglichste Form des Tauchens. Das Tauchen erfolgt mit angehaltenem Atem ohne künstliche Atemluftversorgung, wobei der Taucher oft nur mit einer ABC-Tauchausrüstung und einen Tauchanzug ausgestattet ist. Apnoetauchen wird sowohl als Breiten- wie als wettkampfmässiger Extremsport betrieben. Es existieren unterschiedliche Disziplinen, wie statisches Zeittauchen, Streckentauchen oder Tieftauchern. Die weltweit größte Verbreitung hat das Apnoetauchen jedoch in Form der Unterwasserjagd.
 
 
Schnorcheln
 
→ Schnorcheln
Eine Sonderform des Apnoetauchens ist das Schnorcheln. Der Taucher oder Schnorchler schwimmt, unter Verwendung eines Schnorchels, an den Wasseroberfläche und taucht kurzzeitig ohne Atemgerät in geringe Tiefen. Häufig wird zur Beobachtung der Unterwasserwelt oder bei der Wasserrettung geschnorchelt.
Gerätetauchen
 
 
Eine Gruppe von Gerätetaucher
 
→ Gerätetauchen
Beim Gerätetauchen verwendet der Taucher eine Drucklufttauchgerät (SCUBA) oder ein Kreislauftauchgerät (Rebreather), um unter Wasser überleben zu können. Durch die künstliche Atemgasversorgung, sind Tauchgänge von mehreren Stunden möglich. Meist stehen die körperliche Betätigung, der Spass, die Erholung, das Abenteuer und Naturbeobachtungen im Vordergrund des Taucherlebnisses. Das Gerätetauchen ist die heute weltweit meistverbreitete Art des Tauchens. Jährlich werden etwa 1,7 Millionen Menschen als Gerätetaucher ausgebildet.[2] Beim Sporttauchen wird in der Regel Druckluft oder Nitrox als Atemgas verwendet und nicht, wie mancher einer meint, reiner Sauerstoff. Dieser wirkt ab einem Partialdruck von etwa 1,2 bis 1,6 Bar toxisch auf das Zentrale Nervensystem und erzeugt eine Sauerstoffvergiftung. Deshalb unterschreiten Sporttaucher eine Tauchtiefe von 50 Meter normalerweise nicht und halte sich nur rund eine Stunde unter Wasser auf. Meist wird zur Erhöhung der Sicherheit in einem Buddyteam oder einer kleinen Gruppe getaucht. Für Gerätetaucher gibt es eine große Auswahl an Ausrüstungsgegenständen und ein reichhaltiges Angebot von Tauchausbildungen.
 
 
Technisches Tauchen
 
→ Technisches Tauchen
Das technische Tauchen (Tec-Diving) ist eine immer populärer werdende Sonderform des Gerätetauchens, die es Freizeittauchern ermöglicht, mit Techniken und Verfahren die ursprünglich dem Berufstauchens vorbehalten waren, tiefere und längere Tauchgänge zu planen. Die Grenze zum normalen Gerätetauchen ist fließend. In der Regel wird bei einem einzigen tiefen Tauchgang das Atemgasgemisch mehrfach gewechselt, da jedes Gemisch bei unterschiedliche Tiefen verschiedene Vorteile und Gefahren mit sich bringt. Dies hat zur Folge, dass manche Taucher mit zahlreichen Flaschen behängt ins Wasser steigen. Technische Taucher verwenden Ausrüstungsteile, wie zum Beispiel Wing-Jackets, Vollgesichtsmasken, Stage-Flaschen, Backplates mit Harness und anderes, die über das übliche Niveau des Sporttauchen hinausgehen. Technisches Tauchen erfordert wegen der andersartigen Ausrüstung und den speziellen Atemgasen eine besondere Ausbildung.
 
 
Formen des Sporttauchens
Für Sporttaucher gibt es einige spezielle Formen, die nicht selten auch eine spezielle Kenntnisse und Ausbildungen 
 
 
Eistauchen
 
Als Eistauchen bezeichnet man das Tauchen unter einer geschlossenen Eisdecke. Besondere Gefahrenmomente sind in erster Linie die Auswirkungen der niedrigen Wassertemperatur auf Taucher und Gerät sowie die nahezu ausgeschlossene Möglichkeit, die Einstiegsöffnung ohne Führungsleine wiederzufinden.
Historisches Tauchen
In letzter Zeit beginnt auch unter Sporttauchern das Interesse an alter Tauchtechnik zu wachsen. Insbesondere Helmtauchgeräte, wie sie zwischen 1900 und 1950 den Stand der Technik darstellten, aber zusehends aus der Berufstaucherei verschwinden, finden hier neue Beachtung. Im Vordergrund steht das Erlebnis des Umgangs mit alter Technik, vergleichbar mit der Liebhaberei alter Autos.
 
 
Höhlentauchen
 
Viele Höhlen sind ganz oder teilweise mit Wasser gefüllt, sie tauchend zu erkunden stellt einen besonderen Reiz dar. Damit verbunden sind jedoch Gefahren eigener Art, insbesondere Enge, Dunkelheit und die Gefahr, die Orientierung zu verlieren. Da der Höhlentaucher in der Regel keine Möglichkeit hat, in Gefahrensituationen kurzfristig aufzutauchen, muss er über ein besonders hohes Mass an Selbstkontrolle verfügen und auch in technischer Hinsicht vorsorgen. Hierzu dienen vor allem ein erheblich größerer Luftvorrat, redundante Ausrüstung und die Verwendung einer Führungsleine.
 
 
Orientierungstauchen
 
Beim Orientierungstauchen geht es um schnelles und genaues Tauchen. Diese Wettkampfsportart vereint Elemente des Orientierungslaufes und des Flossenschwimmens.
Unterwasserfotografie und Unterwasservideografie
Mit speziellen Kameras oder konventioneller Fotoausrüstung in wasser- und druckdichten Gehäusen ist es möglich, unter Wasser Foto- und Videoaufnahmen zu fertigen. Diese besondere Form der Foto- und Videografie findet nicht nur im professionellen Bereich Anwendung, sondern auch im Tauchsport.
 
 
Wracktauchen
 
Schiffswracks stellen besondere Anziehungspunkte für Taucher dar, einerseits aus Interesse am versunkenen Schiff selbst, aber auch wegen der oft bemerkenswerten Tier- und Pflanzenwelt, die solche Artefakte als neuen Lebensraum bewohnen. Das Wracktauchen birgt jedoch Gefahren: Andersartige Strömungsverhältnisse, hängengebliebene Fischernetze, hervorstehende, scharfe Kanten und, sofern man in das Wrack eindringt, die Gefahr des Hängen- oder Steckenbleibens sowie der Orientierungsverlust.
 
 
 
Umwelt- und Denkmalschutz
 
Die in den 1950er Jahren beginnende Verbreitung des Tauchsports zog zunächst teilweise erhebliche Umweltschäden nach sich. Insbesondere der Umstand, dass Tauchgeräte bedenkenlos, dafür aber mit großem Erfolg bei der Unterwasserjagd und der Bergung von Altertümern eingesetzt wurden, führte an manchen Orten zur Vernichtung des Habitats und der Nahrungsquellen von Tier- und Pflanzenwelt sowie zur unwiederbringlichen Zerstörung von archäologischen Fundstätten. Daher haben einerseits die staatlichen Behörden Schutzvorschriften erlassen oder sogar bestimmte Bereiche für das Tauchen gänzlich gesperrt. Die Erhaltung einer intakten Umwelt und Fundstätten liebt auch im Interesse der Taucher selbst, was Tauchorganisationen dazu veranlasse Verhaltenskodizes und spezielle Kurse auszuarbeiten, die zu umwelt- und denkmalgerechtem Tauchen ermahnen. Dies verhindert zum einen, dass Sporttauchern Gesetzesverstösse unterlaufen, die mit teilweise drastischen Strafen belegt werden und zum anderen machen sie das Tauchen zu einer Sportart, welche umweltverträglich ist und es ermöglicht, ungeahnte Einblicke in die Unterwasserbiologie oder in die Kulturgeschichte zu erhalten.
Durch Sporttaucher werden auch nicht selten Gewässerteile von Abfall befreit oder neue künstliche Habitate, wie beispielsweise künstliche Korallenriffe erbaut.
 
 
Tauchen mit Behinderung
 
→ Behindertentauchen
Auch Menschen mit Behinderung haben mittlerweile vielseitige Möglichkeiten den Tauchsport auszuüben. Neben der wissenschaftlichen Auseinandersetzung kommt es zu einem bemerkenswerten ehrenamtlichen Engagement in diesem Bereich des Tauchsports. Die Ausbildungsanforderungen sind gegenüber den Nichtbehinderten keineswegs verringert, sondern eher erhöht. Der Grund liegt darin, dass trotz möglicherweise eingeschränkter Fähigkeiten des Tauchschülers der gleiche Sicherheitsstandard wie bei einem nichtbehinderten Gerätetaucher einzuhalten ist. Tauchbegleiter für Behinderte sollten idealerweise erfahrene Sporttaucher mit einer entsprechenden Zusatzausbildung sein, in der die künftigen Begleiter auf die Besonderheiten des Tauchens mit Behinderten vorbereitet werden. Im kulturellen Begleitprogramm der Paralympics 2012 hat britische Performance-Künstlerin Sue Austin mit einem selbst entwickelten Rollstuhl mit Propeller-Antrieb ein Unterwasser-Ballett choreografiert.
 
 
Kindertauchen
 
Ab einem Alter von etwa 8 Jahren ist es für Kinder möglich mit für sie angepasster Ausrüstung in auf Kinder ausgerichteten Tauchkursen das Tauchen zu erlernen. Kinder tauchen in immer in einem Buddyteam mit einem Erwachsenden. Die Bervetierungen die Kinder so erlangen können, sind gegenüber Erwachsenen-Brevets meist in der maximalen Tiefe und Anzahl Tauchgänge pro Tag eingeschränkt, da es nach wie vor keine abschließenden Ergebnisse darüber gibt, wie sich die veränderten Anforderungen an den Körper auf den kindlichen Organismus auswirken. Kinder regieren anders als Erwachsene auf Gefahren oder Zwischenfälle und könne so unter Wasser zu einem erhöhten Risiko für sich selbst und den die begleitenden erwachsenen Buddys werden. Ab einem Alter von 15 oder 16 Jahren werden Jugendliche meist ohne Einschränkung zu den Tauchkursen für Erwachsene zugelassen. Tauchführer- und Tauchlehrer-Ausbildungen bleiben aber jungen Erwachsenen aber einem Alter von 18 oder 20 Jahren vorbehalten, weil bei diesen Tätigkeiten auch rechtlicher Fragen auftun können. Tauchlehrer dürfen nur nach einer Zusatzausbildung die sie als Kindertauchlehrer auszeichnet, Kinder unterrichten, prüfen und brevetieren.[4]
 
 
 
Pädagogisches Tauchen
 
Seit Mitte der 1990er Jahren entwickeln sich zunehmend auch tauchpädagogische Angebote für verhaltensauffällige für verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche. Gerade in diesen Bereichen findet eine wissenschaftliche Auseinandersetzung statt, die sich nicht mehr nur mit der Sportart an sich auseinandersetzt, sondern auch psychologische, pädagogische und sogar psychiatrische Fragen. Einen wesentlichen Beitrag dazu haben die Erkenntnisse aus der Tauchpsychologie geleistet. Emotionspsychologische und erlebnispädagogische Untersuchungen zeigen mittlerweile erstaunliche Erfolge und bestätigen die praktischen Erfahrungen der Pioniere auf diesem Gebiet. Auch Menschen mit geistiger Behinderung können von diesen Ergebnissen profitieren!
 
 

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